Pflanzaktion im Brüsseler Kiez

von Martina Matischok

Benannt wird der mit Tempo 30 verkehrsberuhigte Brüsseler Kiez, auch bezeichnet als belgisches Viertel durch die Namensgebung der im Viertel zu findenden Straßen. Alle Straßen im Viertel sind nach Orten Belgiens benannt.

Das Viertel hat eine Menge zu bieten:
Beheimatet sind hier u. a. das Anti-Kriegs-Museum, die Beuth-Hochschule, die denkmalgeschützte Kapernaum-Kirche, der Zeppelinplatz und das Atze-Musiktheater, dessen Zukunft ab 01.07.2014 noch unsicher ist.

Der Brüsseler Kiez hat durch seine Altbausubstanz seinen eigenen Charme. Gaslaternen, Straßenbrunnen und Innenhöfe tragen neben den Bauten vor dem ersten Weltkrieg zu diesem besonderem Flair bei.
Doch der erste Eindruck des Viertels ist in der Atmosphäre gestört.
Es besteht ein hoher Sanierungsbedarf. Gewerblichem Leerstand wird durch die Vermietung an Betreiberinnen und Betreiber von Wettbüros, Spielhallen, Cafe-Casinos und Shisha-Bars in einem unerträglichen Maß entgegengewirkt, so dass das Straßenbild leider von diesen Etablissements dominiert wird.
Ungepflegte Grünanlagen und Müll im öffentlichen Raum laden nicht zum Verweilen in diesem ursprünglich besonderen Viertel ein.
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Der Kiez droht weiter zu kippen. Um die soziale Schieflage und damit den „Verfall“ aufzuhalten, wäre die Ausweisung des gesamten Viertels einschließlich der Nebenstraßen als Quartiersmanagementgebiet von Nöten. Im Jahr 2009 wurde der Kiez stattdessen lediglich im Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms „Aktive Stadtzentren“ im Projekt „Aktives Stadtzentrum Müllerstraße“ als Entwicklungsgebiet aufgenommen.

Einige Anwohnerinnen und Anwohner wollten dem Verfall ihres Kiezes entgegenwirken. Sie gründeten im Jahr 2005 die Bürgerinitiative Brüsseler Kiez.
Durch viele Aktionen bemüht sich die Bürgerinitiative, dem Kiez seine Attraktivität zurückzugeben.

Wer mitreden möchte, kann dies beim Kiez Stammtisch im L` Escargot in der Brüsseler Straße 40. Jeden letzten Mittwoch im Monat ab 19.00 Uhr gibt es Interessantes zu besprechen. Themen sind u. a. Kiezfeste, Verkehrsberuhigung, Hundekot, Ladenleerstand, Initiierung von Kiezgesprächen, Vier-Kneipen-Dartturnier, Baumscheibenbegrünung und Promenadenbepflanzung. Aus vielen Themen entstanden Initiativen. Eine davon ist die Pflanzaktion.
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Am 04.05.2013 lud die Bürgerinitiative Brüsseler Kiez auf der Promenade Antwerpener / Ecke Brüsseler Straße zur Pflanzaktion zum Mitmachen ein.

Die SPD-Fraktion, vertreten durch die Bezirksverordnete Susanne Fischer und die stellvertretende Vorsitzende Martina Matischok, beide in diesem Kiez politisch beheimatet durch die 16. Abteilung der SPD, waren vor Ort.

Unterstützt wurde das engagierte Team der Bürgerinitiative Brüsseler Kiez von Helferinnen und Helfer aus der Nachbarschaft. Grünanlagen wurden von Unrat befreit und neue Pflanzungen vorgenommen. Hier zeigte sich erfolgreiches bürgerschaftliches Engagement, welches es nachzuahmen gilt.

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